IAM-Bernet-Studie Journalisten im Internet 2009
Eine repräsentative Befragung von Schweizer Medienschaffenden
zum beruflichen Umgang mit dem Internet
Guido Keel / Marcel Bernet
Juli 2009
© IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet 2009
Bernet_PR / IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft | Guido Keel / Marcel Bernet |
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2
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung .................................................................................................................................... 3
2.
Schlussfolgerungen................................................................................................................... 4
2.1.
Gesamtsicht .......................................................................................................................... 4
2.2.
Schlussfolgerungen für PR-Verantwortliche ......................................................................... 6
2.3.
Schlussfolgerungen für Medienschaffende........................................................................... 7
Resultate............................................................................................................................................. 8
3.
Internet-Nutzung generell.......................................................................................................... 9
3.1.
Häufiger, länger und mobiler................................................................................................. 9
3.2.
Internet überholt Tageszeitung und Gespräch ................................................................... 11
3.3.
Erste Anlaufstelle für Vertiefung, Ideen, Austausch ........................................................... 12
4.
Online-Angebote nach Wichtigkeit......................................................................................... 13
4.1.
Wikipedia weit vorne, soziale Netzwerke überholen Blogs ................................................ 13
4.2.
Der Schlüssel zur Welt heisst Google................................................................................. 14
4.3.
Newsquellen: GoogleNews und Wikipedia drängen sich vor ............................................. 15
4.4.
Medien wollen Kontakt, Zahlen, Hintergrund...................................................................... 16
5.
Online-Angebote nach Glaubwürdigkeit................................................................................ 17
5.1.
Bedeutung des Internet als Quelle steigt............................................................................ 17
5.2.
Online-Informationen werden gegenrecherchiert ............................................................... 18
5.3.
Wikipedia überraschend glaubwürdig, Blogs unglaubwürdig ............................................. 18
6.
Web 2.0 ...................................................................................................................................... 19
6.1.
Soziale Netzwerke etablieren sich...................................................................................... 19
6.2.
Blogs werden vor allem passiv genutzt .............................................................................. 22
6.3.
Heterogene Anwendungsmuster im Social Web ................................................................ 23
7.
Dialog und Abonnements........................................................................................................ 24
7.1.
E-Mail mehrmals täglich...................................................................................................... 24
7.2.
Auffälligster Zuwachs bei Leserkontakten .......................................................................... 24
7.3.
Abonnements: E-Mail vor RSS und Twitter ........................................................................ 25
7.4.
Auch Einladungen und Pressemappen auf E-Mail ............................................................. 26
8.
Ausbildung und Ausblick ........................................................................................................ 27
8.1.
Gute Kenntnisse ohne Schulung ........................................................................................ 27
8.2.
Das Internet erleichtert die Arbeit und erhöht den Druck ................................................... 28
9.
Methode..................................................................................................................................... 30
9.1.
Die Befragungsmethode ..................................................................................................... 30
9.2.
Das Sample......................................................................................................................... 30
9.3.
Das Sample nach soziodemografischen Merkmalen.......................................................... 31
Anhang ............................................................................................................................................. 33
10.
Fragebogen............................................................................................................................... 33
11.
Literatur ..................................................................................................................................... 40
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1. Einleitung
In den Jahren 2002 und 2005 befragte das Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) der
Zürcher Hochschule Winterthur zusammen mit Bernet_PR Deutschschweizer Journalistinnen und
Journalisten, wie sie das Internet verwenden und beurteilen. Die Untersuchungen waren inspiriert
von Studien aus den USA und verschiedenen europäischen Ländern (Ross/Middleberg,
mediaaktuell; vgl. Literatur im Anhang).
Was verändert das Web 2.0?
Mit dieser dritten Auflage der Befragung will das Projektteam herausfinden, wie sich die Rolle des
Internet im Arbeitsalltag von Journalistinnen und Journalisten bis heute verändert hat. Spezielles
Augenmerk legten die Autoren auf die mit Web 2.0 bezeichneten neuen Webanwendungen wie
Blogs, Soziale Netzwerke und andere.
Erstmals ganze Schweiz erfasst
Im April 2009 erhielten 2988 Schweizer Medienschaffende eine E-Mail mit einer Aufforderung, an
einer Online-Befragung teilzunehmen. Davon füllten 596 oder knapp 23 Prozent den Fragebogen
bis Mitte Mai aus. Neu wurden auch Medienschaffende aus der französischen und italienischen
Schweiz befragt, um ein Bild für die ganze Schweiz zu erhalten. Gleichzeitig fokussierte die
Auswahl der Befragten stärker auf die aktiven Medienschaffenden in Informationsmedien, was zu
einer stärkeren Berücksichtigung von Medienschaffenden bei Tageszeitungen führte als in den
früheren Befragungen, die sich an die registrierten Mitglieder des Journalistenverbands impressum
richteten.
Die Ergebnisse können aufgrund der Stichprobe und des Rücklaufs als repräsentativ für die
Medienschaffenden in der ganzen Schweiz angesehen werden.
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Befragung sind im nächsten Kapitel zusammengefasst. Der
Fragebogen basiert weitgehend auf den beiden früheren Befragungen. So können Veränderungen
über die letzten sieben Jahre verfolgt werden. Details zur Methode sind ab Seite 30 beschrieben.
Copyright und Download
Das Urheberrecht an allen in diesem Papier geschilderten Erkenntnissen und insbesondere
an den daraus gezogenen Schlüssen und Empfehlungen liegt beim Institut für Angewandte
Medienwissenschaft IAM und bei Bernet_PR.
Die Erwähnung von Resultaten und Auszügen ist nur erlaubt mit Angabe der Quelle
,,IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet 2009".
Die Studie kann unter den beiden folgenden Links heruntergeladen werden:
www.linguistik.zhaw.ch/iam/forschung/journalisten_im_internet
und
http://www.bernet.ch/studien
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2. Schlussfolgerungen
2.1. Gesamtsicht
Die Resultate der dritten IAM-Bernet-Studie ,,Journalisten im Internet 2009" lassen sich auf folgende
Kernaussagen verdichten:
Internet wird zum wichtigsten Arbeitsinstrument
Bücher, TV und Radio verlieren stark an Bedeutung als Informationsquellen, ebenso Agenturen und
die eigene Ablage. Das Spitzentrio der Wichtigkeit besetzen Internet, Tageszeitungen und das
persönliche Gespräch wobei die Pole Position jetzt beim Web liegt mit 95,4 Prozent der Be-
fragten, die diese Quelle als sehr wichtig oder wichtig betrachten. Auch die Nutzungszeit steigt
signifkant: 98 Prozent der Schweizer Medienschaffenden sind täglich im Netz, 52 Prozent geben
eine Verweildauer von 1 bis 3 Stunden an. Während der Einstieg von zu Hause aus rückläufig ist,
nimmt mobiles Surfen markant zu.
Das Web liefert Vertiefung, Ideen, Austausch
Die drei wichtigsten journalistischen Nutzungsziele bleiben das Auffinden von Informationen zu
einem Thema (82,2 Prozent der Nennungen), das Überprüfen von Fakten (80,5 Prozent) und das
Suchen erster Inputs für einen Artikel (75,5 Prozent). Mit einem starken Zuwachs an Nennungen
springt der Vergleich mit anderen Medien an vierte Stelle (plus 16,4 Prozentpunkte auf 50,4
Prozent).
Neue Rangliste der Wichtigkeit: Wikipedia in den Top-Fünf, Soziale Netzwerke vor Blogs
E-Mail und Suchmaschinen bleiben mit jeweils 98,3 Prozent ,,sehr wichtig" und ,,wichtig"-Nennungen
die bedeutendsten Online-Werkzeuge für die journalistische Tätigkeit. Anteile von rund 75 Prozent
erhalten die Internet-Seiten von Verwaltungen und Online-Ausgaben der Medien. Und auf Platz fünf
schafft es gleich die erstmals abgefragte Online-Enzyklopädie Wikipedia (68,5 Prozent). In den Top
Ten bleiben danach die Webseiten von Unternehmen (63 Prozent, minus 15), gebührenpflichtige
Datenbanken (53 Prozent, plus 21), Newsportale wie GoogleNews oder bluewin (48,5 Prozent,
minus 22,6) und die ebenfalls erstmals abgefragten Sozialen Netzwerke (18,8 Prozent). Damit
überholen sie gleich die Weblogs (12 Prozent, minus 2,8) und die in die Irrelevanz abgleitenden
Bookmarking-Dienste (1,7 Prozent, minus 41,2).
Google setzt die Themen als Ausgangspunkt jeder Online-Recherche
99,8 Prozent der Befragten nutzen für ihre Websuche Google. Search.ch verliert 3,9 Prozentpunkte
und spricht noch etwas mehr als einen Viertel der Nutzer an. Nahezu bedeutungslos sind Yahoo
(8,2 Prozent), Altavista (6,1 Prozent) und alle anderen Suchoptionen (1,5 Prozent). Damit ist klar:
Was Google nicht findet, gelangt sehr schwer in die journalistische Themenfindung oder Re-
cherche.
Immer mehr Artikel aus Internet-Quellen, Wikipedia gilt als glaubwürdig
Mehr als die Hälfte der Schweizer Medienschaffenden geben an, schon einmal das Internet als
Quelle für einen Beitrag genutzt zu haben. Erstmals spezifisch abgefragt wurde die Verwendung
von Sozialen Netzwerken und Blogs rund ein Fünftel der Antwortenden hat eine dieser Quellen
bereits verwendet, mehr als 40 Prozent können es sich für die Zukunft vorstellen und etwas weniger
als 40 Prozent wollen das nie tun. Interessanterweise wird die Glaubwürdigkeit von Wikipedia höher
eingeschätzt als diejenige von Newsletters oder Newsportalen. Soziale Netzwerke, Blogs und
Foren stehen am Ende der Glaubwürdigkeitswertung. 90 Prozent der Journalistinnen und Jour-
nalisten geben an, Online-Informationen vor der Verwendung zu verifizieren.
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Was Medienschaffende Online lesen: TA an der Spitze, Aufsteiger Google und Wikipedia
Die Frage nach den wichtigsten Online-Newsquellen für Journalistinnen und Journalisten bringt
die Online-Ausgabe des Tages-Anzeigers neu auf Platz eins. Auf den Rängen zwei bis sechs
drängeln sich nzz.ch, 20min.ch, GoogleNews, die Schweizerische Depeschenagentur und die
kostenpflichtige Online-Datenbank des Schweizerischen Mediendiensts SMD. Auffallend sind dabei
der Vormarsch von Google auf Platz drei 2005 lag dieser Dienst noch auf Rang 14 und der
Aufstieg von Wikipedia von Position 38 auf 13.
Web 2.0: Soziale Netzwerke vor Blogs, Twitter kaum benutzt
Die erstmals abgefragten Sozialen Netzwerke setzen sich gleich auf Platz zwei der Nutzungs-
hierarchie. Beim direkten Vergleich der Web 2.0-Nutzung stehen Video-Plattformen (54,5 Prozent
Nutzung) vor Sozialen Netzwerken (42,5 Prozent), Podcasts (39 Prozent) und Weblogs (33,5 Pro-
zent). In allen bereits 2005 abgefragten Bereichen hat die Verwendung deutlich zugenommen.
Auch im Social Web stehen Recherche, Vertiefung und das Finden von Artikelideen im Vordergrund
bei Sozialen Netzwerken ergänzt durch die Pflege von Online-Kontakten. Social Bookmarks blei-
ben praktisch irrelevant, Twitter wird von gerade einmal 6,1 Prozent der Befragten genutzt, Bild-
Plattformen und RSS-Feeds erhalten zwischen 17 und 22 Prozent Zuspruch.
E-Mail wird der beliebteste Abo-Kanal, wenig RSS, kaum Twitter
Das Mailprogramm gewinnt für Journalistinnen und Journalisten an Bedeutung für den direkten
Austausch mit Leserinnen und Lesern, hier steigt die Wichtigkeit signifikant im Vergleich zu
Vorstudien. Klar kristallisiert sich auch E-Mail als bevorzugter Weg zu abonnierten Inhalten. 40 bis
50 Prozent der Befragten abonnieren Meldungen von Unternehmen, Behörden oder Agenturen
über E-Mail, die RSS-Anteile liegen nur zwischen 2 und 8 Prozent. Mit verschwindend kleinen
Anteilen spielt Twitter noch keine Rolle. In dieses Bild passt auch, dass sich Medienschaffende
neben Pressemitteilungen zu über 90 Prozent auch Pressekonferenz-Einladungen via E-Mail
wünschen. Sogar Pressedossiers erhalten die Befragten zum ersten Mal klar bevorzugt auf
elektronischem Weg.
Journalisten wollen Fakten und alle Kontaktangaben
Wenn Medienschaffende Websites von Unternehmen und Organisationen besuchen, dann stehen
die Grundinformationen ganz zuoberst auf der Erwartungsliste: Kontaktadressen, Zahlen und
Daten, Hintergrundmaterial, Pressemitteilungen. Im Vergleich mit der ersten Erhebung zeigt sich
eine Professionalisierung Journalistinnen und Journalisten nutzen gut gemachte Mediencorner
fürs schnelle Prüfen von Fakten und eine allfällige Kontaktaufnahme. Alles andere ist nett, steht
aber nicht im Vordergrund.
Zukunft: Alles wird leichter, Aktualitätsdruck steigt
Das Internet erleichtert die journalistische Arbeit, spart Zeit, erhöht den Aktualitätsdruck und wird
die journalistische Tätigkeit in Zukunft noch stärker beeinflussen. So beurteilen Schweizer Medien-
schaffende mit grosser Übereinstimmung den aktuellen Stand und die Aussichten für dieses
Arbeitsmittel. Viele gehen davon aus, dass das Netz die Interpretation von Nachrichten wichtiger
macht als deren Beschaffung. Die Wichtigkeit der Interpretation und der steigende Aktualitätsdruck
werden im Vergleich zu den Vorstudien bedeutend stärker unterstützt.
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2.2. Schlussfolgerungen für PR-Verantwortliche
Das Internet hat sich als Arbeitsinstrument im medialen Arbeitsalltag definitiv verankert. Aus dem
Vergleich zwischen den beiden Untersuchungen und den aktuellen Antworten lassen sich folgende
Tipps ableiten:
Zuerst die Basics: Schnell die Fakten, kurze Reaktionszeiten
Schweizer Medienschaffende sind sich einig das Internet macht alles leichter, aber der Leistungs-
und News-Druck steigen. Das heisst für Pressestellen: Wer schnell das Gewünschte liefert, ist
dabei. Im Vordergrund jeder Online-Medienarbeit müssen deshalb bewährte Basics stehen. Dazu
zählen im Online-Mediencorner verfügbare Kontaktinfos, Zahlen, Faktenblätter, ein Medien-
mitteilungs-Archiv. Und eine kurze Reaktionszeit, wenn Anfragen via E-Mail oder Telefon gestellt
werden. Wer diese Grundlagen im Griff hat, der kann sich um Zusatzmöglichkeiten wie Online-
Themendossiers, Podcasts, Videos usw. kümmern.
Google wird zum Meinungsmacher: Finden Medien die gesuchten Inhalte?
98 Prozent der befragten Journalistinnen und Journalisten beurteilen Suchmaschinen als wich-
tigstes Arbeitswerkzeug, 99 Prozent setzen dabei auf Google. Wer schnell aktuelle Zahlen einer
Organisation finden will, wird seine Frage ins entsprechende Suchfenster tippen anstatt sein
Glück direkt auf einer Website zu versuchen. PR-Verantwortliche müssen dafür sorgen, dass ihre
Online-Medieninhalte auch auf Suchmaschinen gut auffindbar sind durch Aktualität, eindeutige
Internet-Adressen und mit den richtigen Wordings.
E-Mail im Vordergrund: Auslieferung und Abonnements optimieren
Von der ersten Befragung 2002 bis heute hat sich E-Mail ganz klar als der bevorzugte Standard-
Kanal der Medienschaffenden etabliert. Das gilt für den Versand von Mitteilungen, Einladungen und
neu sogar für Pressemappen. Auch bei den abonnierten Inhalten steht E-Mail weit vor RSS, Twitter
bleibt noch marginal. Deshalb gilt: Medien-Mailversände optimieren, die Gestaltung von E-Mails
bezüglich Betreff, Text und Anhänge laufend optimieren und schliesslich die Mail-Abo-Möglich-
keiten für Medien ausbauen: vom Abonnement über Wahlmöglichkeiten der Themen bis zum
schnellen Löschen von Abos.
Medien nutzen YouTube, Soziale Netzwerke, Wikipedia, Blogs: Monitoring sichern
Die hohe Akzeptanz von YouTube und Wikipedia und der schnelle Vormarsch Sozialer Netzwerke
in die journalistische Arbeit erhöhen die Anforderungen an die Beobachtung des Meinungsumfelds.
Wer Medienarbeit leistet, sollte wissen, was über seine Anliegen geschrieben und diskutiert wird.
Dabei liegt die Herausforderung in der Wahl des Ziels, der zu überwachenden Online-Inhalte und
der praktischen Sicherstellung des Monitorings.
Alles wird leichter, der Druck steigt: Im Dialog lernen
Auch für PR-Verantwortliche bringt das Web eine Reihe von Erleichterungen, gleichzeitig steigt der
Zeit- und Aktualitätsdruck. Wer erhält welche Informationen, in welcher Form, über welches
Medium? Wo im Netz bewegen sich klassische Medien und neue Meinungsmacher? Auch im
Zeitalter der Online-PR gilt: Gute Medienarbeit ist auf die Bedürfnisse der Medien ausgerichtet. Erst
im Austausch mit Journalistinnen und Journalisten erfahren PR-Verantwortliche, wo der Schuh
drückt. Diesen Dialog müssen Medienstellen nicht nur elektronisch beherrschen, sondern immer
wieder auch persönlich suchen.
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2.3. Schlussfolgerungen für Medienschaffende
Aufgrund der Antworten lassen sich speziell für Journalistinnen und Journalisten folgende Schluss-
folgerungen ziehen:
Für die besonderen Inhalte brauchen Medienschaffende mehr als das Internet
Das Internet ist das wichtigste Instrument, die eigene Ablage verliert an Bedeutung. Dadurch steigt
die Gefahr, dass Medien immer stärker zu Vermittlern mutieren, die auf Inputs reagieren, und nicht
mehr aktiv als Erklärer mit vertieftem Wissen auftreten. In der Rolle als ,,Content Provider" haben
sie jedoch übermächtige Konkurrenz von Websites wie GoogleNews erhalten. Die Arbeitsteilung
der Zukunft könnte sein, dass Online-Newssites die alltägliche, erwartbare Information liefern,
während die traditionellen Kanäle Print und Radio die besonderen Inhalte, den Kontext und den
Hintergrund vermitteln. Um dies kompetent tun zu können, müssen Medienschaffende aber
Expertinnen und Experten auf ihren Fachgebieten sein. Dabei kann das Internet unterstützend
wirken, es ersetzt aber das persönliche Archiv das auch Online-Quellen umfassen kann nicht.
Google nicht nur verwenden, sondern auch verstehen
Mit der zentralen Bedeutung der Suchmaschinen, insbesondere von Google, wäre es für Medien-
schaffende wichtig zu verstehen, wie die Suchmaschinen funktionieren und warum sie gewisse
Informationen mit Google finden und andere nicht. Damit Suchmaschinen bei der Suche helfen,
anstatt die journalistische Selektion zu ersetzen.
Informationen gezielt abonnieren statt mühsam suchen
Kein Zweifel: E-Mail hat die journalistische Arbeit erleichtert. Gleichzeitig klagen aber viele Medien-
schaffende über die tägliche E-Mail-Flut. Deshalb sind Strategien im Umgang mit diesem verführe-
risch einfachen Instrument gefragt. Eine davon sind RSS-Feeds. Umso überraschender ist, dass
auch heute noch nur wenige Medienschaffende mit RSS-Feeds arbeiten. RSS-Feeds können über-
füllte E-Postfächer entlasten und gleichzeitig entbinden sie die Journalistin und den Journalisten
auch von der mühsamen Suche nach neuen Einträgen. Dank RSS wird aus der Hol- eine Bring-
schuld.
Ein kompetenter Umgang muss gelernt sein
Journalisten sind selten für den Umgang mit dem Internet ausgebildet und schauen es als einfa-
ches, praktisches Arbeitsinstrument an. Untersuchungen (z.B. Machill et al., 2008) zeigen aber,
dass Journalisten das Internet nicht kompetent verwenden. Dies birgt die Gefahr, dass Journalisten
beim unreflektierten, intuitiv erlernten Umgang eine einseitige oder verzerrte Wahrnehmung der
Realität erhalten. Weiterbildungen für den Umgang mit dem Internet könnten Abhilfe schaffen.
Mehr Möglichkeiten, weniger Zeit
Soziale Netzwerke erhalten von Journalistinnen und Journalisten erstaunlich viel Aufmerksamkeit,
denn sie eröffnen neue Möglichkeiten für die öffentliche Kommunikation. Gleichzeitig nimmt aber
der wirtschaftliche und damit verbunden der Zeitdruck auf Redaktionen immer mehr zu. Gefragt
sind deshalb Strategien und ein bewusstes Zeitmanagement, die sonst schnell zu Zeitfressern
werden.
Online-Anwendungen und Journalismus: Reflexion über den täglichen Gebrauch hinaus
Phänomene wie Facebook eröffnen nicht nur Möglichkeiten für die Journalistische Arbeit, sie ver-
ändern auch die öffentliche Kommunikation grundlegend. Für Journalistinnen und Journalisten
stellt sich deshalb nicht nur die Frage, wie sie diese neuen Anwendungen für ihre bisherige Arbeit
nutzen können, sondern wie sich ihre Tätigkeit und ihr Selbstverständnis als Facharbeiterinnen
und -arbeiter in der öffentlichen Kommunikation verändern. Nur so können Medienschaffende auch
in Zukunft auf die sich wandelnden gesellschaftlichen Erwartungen und Bedürfnisse eingehen.
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Resultate
In den folgenden Kapiteln werden die Antworten aus den eingegangenen Fragebogen detailliert
ausgewertet und interpretiert. Wo nicht anders vermerkt, sind die numerischen Angaben in den
Balken als Prozentangaben zu verstehen.
Die Grundgesamtheit aller Antworten beträgt 596 Antworten. Da aber niemand alle Fragen beant-
wortete, ist die genaue Zahl der Antworten (N) jeweils vermerkt.
Die Befragung ist repräsentativ für die Schweizer Medienschaffenden, wobei aufgrund der Methode
zur Auswahl der Befragten erstens Vertreter der Informations- und Newsressorts und zweitens
Journalistinnen und Journalisten aus der Deutschschweiz leicht übergewichtet sind. Mehr Angaben
zu den Antwortenden und zur Untersuchungsmethode sind in Kapitel 9 auf Seite 30 zu finden.
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3. Internet-Nutzung generell
3.1. Häufiger, länger und mobiler
Noch vor gut zehn Jahren waren auch auf grossen Schweizer Redaktionen Internet-Zugänge sel-
ten. Gemäss der Studie von Steven A. Ross (Middleberg/Ross: Media in Cyberspace) suchten
1998 in den USA erst 48 Prozent der Journalistinnen und Journalisten täglich online nach Informa-
tionen. In der Schweiz waren es 2002 bereits knapp 80 Prozent der Medienschaffenden, 2005
über 90 Prozent, die das Internet mindestens täglich verwendeten.
2009 ist das Internet omnipräsentes Arbeitsinstrument geworden. Mehr als die Hälfte nutzt das
Internet sogar mindestens einmal pro Stunde.
,,Wie oft gehen Sie selbst für Ihre Arbeit als Journalist ins Internet? (ohne E-Mail)"
(Antworten in %; N=594)
2009
(davon stündlich: 55,1)
Total: 98,0
2005
91,6
Mindestens täglich
2002 79,8
2,0
5,8
Mindestens wöchentlich
14,1
0,0
2,6
Weniger als wöchentlich
6,2
Eine differenzierte Betrachtung nach Ressortzugehörigkeit, Alter oder Geschlecht zeigt, dass es
keine Gruppen mehr gibt, die das Internet bedeutend weniger intensiv verwenden. Einzig die
Kulturressorts fallen leicht ab, wo gut 10 Prozent das Internet nicht mindestens täglich verwenden.
Dieser Unterschied ist aber nicht signifikant.
Bei der Zeit, die Medienschaffende täglich im Internet verbringen, zeigt sich auch die wachsende
Wichtigkeit des Internet für die journalistische Arbeit: Mehr als die Hälfte gab an, mehr als eine
Stunde pro Tag im Internet zu verbringen.
,,Wieviel Zeit verbringen Sie durchschnittlich pro Arbeitstag im Internet?"
(ohne Befragte, die das Internet gar nicht nutzen; N=575)
2009 28,6
2005 47,3
0 bis 1 Stunde
2002
63,2
51,5
41,1
1 bis 3 Stunden
31,9
10,0
6,7
3 bis 5 Stunden
2,6
10,0
4,4
Mehr als 5 Stunden
2,3
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In den letzten Jahren ist der mobile Zugang ins Internet, entweder via Laptop und mobilem Modem
oder via neue Geräte wie beispielsweise dem iPhone immer verbreiteter geworden. Dies zeigt sich
auch im journalistischen Alltag.
,,Wie gelangen Sie für Ihre journalistische Arbeit ins Netz?"
(ohne Befragte, die das Internet gar nicht nutzen; Anteil der Antworten in %; N=575)
2009 93,8
Büro/Redaktion
2005 85,0
55,3
Von zu Hause
76,8
30,0
Mobiler Laptop
22,5
15,8
Handy (iPhone, Smartphone etc.)
1,6
Der rückläufige Anteil des beruflichen Zugriffs von zu Hause ist wohl darauf zurückzuführen, dass
aufgrund des anderen Auswahlverfahrens 2005 die freien Journalistinnen und Journalisten noch
20 Prozent der Befragten ausmachten, während es 2009 nur noch knapp 3 Prozent sind.
Im Vordergrund des mobilen Zugangs stehen das Checken von News und E-Mails. Mit knapp
60 Prozent fällt auch der Anteil der Recherchen unterwegs recht hoch aus.
,,Wofür nutzen Sie den mobilen Zugang hauptsächlich"
(Anteil der Antworten in %; nur Befragte, die angaben, das Internet auch mobil zu nutzen; N=209)
Abruf aktueller News
79,4
Lesen und Beantworten von Mails
77,0
Recherche
58,9
Übermitteln von Beiträgen
4,7
Die Aufschlüsselung nach Mediengattung zeigt, dass Mitarbeitende von Fernsehredaktionen das
Internet am wenigsten mobil verwenden. Dies ist auf die geringere Bedeutung der unmittelbaren
Aktualität und den technisch aufwändigeren Produktionsprozess des Fernsehens zurückzuführen.
,,Wenn Sie mobil ins Netz gehen: Welchen Weg nutzen Sie dabei?"
(aufgeschlüsselt nach verschiedenen Medientypen, Anteil der Antworten in %; N=575)
Mobiler Laptop
Handy
Total
Print
29,7
14,1
43,8
Radio
35,7
21,4%
57,1
TV
14,7
8,8
23,5
Online
35,3
29,4
64,7
Agenturen
40,0
13,3
53,3
Insgesamt
30,1
15,0
45,1
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3.2. Internet überholt Tageszeitung und Gespräch
2002 lag das Internet auf Platz 6 der Wichtigkeit, 2005 auf Platz 3 und jetzt an erster Stelle. Denn
diesmal fallen Tageszeitungen und das persönliche Gespräch in ihrer Bedeutung leicht zurück. Das
Spitzentrio liegt nahe beieinander, das Web setzt sich als Leader durch.
Diese Entwicklung reflektiert unter anderem wohl den gestiegenen Arbeits- und Zeitdruck in der
Medienbranche. In dieses Bild passt, dass Journalistinnen und Journalisten die Bedeutung von
Radio, TV und Büchern wesentlich tiefer einschätzen als in früheren Untersuchungen.
Schliesslich verdeutlicht eine dritte Tatsache einen aktuellen Trend: Agenturen überholen die
eigene Ablage an Bedeutung, die Studie für Studie an Wichtigkeit einbüsst.
,,Wie wichtig sind für Ihre Arbeit die folgenden Medien und Informationsquellen?"
(Summe der Antworten ,,sehr wichtig" und ,,wichtig"; in Klammern: Rang 2005; N=454)
2009 95,4
2005 95,4
Internet (3.)
2002 87,5
94,6
97,0
Tageszeitungen (2.)
97,0
93,9
98,8
Persönliches Gespräch (1.)
97,7
84,1
Agenturen (6.)*
84,5
80,6
89,9
Eigene Ablage (4.)
92,3
68,8
85,8
Wochenzeitungen (5.)
89,4
59,6
71,8
Radio (7.)
76,5
55,9
68,7
TV (8.)
69,0
38,4
65,1
Bücher (9.)
65,5
*wurde 2002 nicht abgefragt.
Eine weitergehende Analyse zeigt, dass Journalistinnen und Journalisten dazu neigen, stärker
innerhalb der eigenen Mediengattung zu recherchieren. So nutzen TV-Redaktionen überdurch-
schnittlich stark das Fernsehen als Quelle, analog nutzen Radioleute das Radio und Print-
Mitarbeitende weisen einen klar höheren Nutzungsanteil an Fach- und Wochenzeitschriften auf.
Weiter fällt auf, dass Online-Medienschaffende klar am wenigsten das persönliche Gespräch für
die eigene Arbeit nutzen. Dies mag damit zusammenhängen, dass aufgrund des hohen Aktualitäts-
drucks oft die Zeit fehlt, um noch direkte Statements von Akteuren in Gesprächen einzuholen.
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3.3. Erste Anlaufstelle für Vertiefung, Ideen, Austausch
Das Web hat als Quelle für neue Geschichten stark an Bedeutung gewonnen. Einerseits suchen
Journalistinnen und Journalisten im Internet häufiger erste Informationen für einen Artikel, anderer-
seits finden sie auch Ideen für neue Artikel vermehrt online. Weiter gewinnt das Internet auch an
Relevanz, um Vergleiche mit anderen Medien zu machen. Markant wichtiger geworden ist das
Internet darüber hinaus, um Reaktionen auf die eigene Arbeit zu lesen wohl Ausdruck davon,
dass sich das Internet immer stärker zum dialogischen Medium wandelt. Am wichtigsten im Zu-
sammenhang mit dem Internet bleibt aber 2009 die gleiche Funktionen wie 2005: Spezifische
Informationen und zusätzliche Quellen finden.
,,Wozu benützen Sie bei Ihrer Arbeit das Internet?"
(Mehrfachnennungen möglich; N=595)
*wurde 2002 nicht abgefragt.
2009 82,2
2005 81,0
Spezifische Informationen zu einem Thema zu finden
2002 79,8
80,5
81,7
Als zusätzliche Quelle, um Informationen zu verifizieren
58,2
75,5
69,9
Um erste Informationen für einen Artikel zu finden
74,3
50,4
34,0
Um Vergleiche mit anderen Medien zu machen
35,2
46,6
42,1
Um zusätzliche Perspektiven/Meinungen zu finden
38,1
44,2
29,8
Um Ideen für einen Artikel zu finden
22,3
26,4
Um Bilder/Illustrationen für einen Artikel zu finden*
24,6
20,8
6,3
Um Reaktionen auf meine Artikel zu lesen
6,3
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4. Online-Angebote nach Wichtigkeit
4.1. Wikipedia weit vorne, soziale Netzwerke überholen Blogs
Wie in früheren Studien festgestellt, sind E-Mail und Suchmaschinen die wichtigsten Online-Funk-
tionen des journalistischen Alltags. Sehr weit vorne platzieren sich das Angebot von Wikipedia und
die erstmals differenziert nachgefragten Online-Ausgaben von Medien. An Bedeutung verloren hat
das traditionellen Website-Angebot von Unternehmen. Beachtlich ist, dass Soziale Netzwerke
bereits wichtiger eingestuft werden als Blogs.
,,Bitte beurteilen Sie die unten stehenden Service-Angebote des Internets bezüglich ihrer Wichtigkeit
für Ihre journalistische Arbeit."
(Summe der Antworten ,,sehr wichtig" und ,,wichtig" in %; N=518)
73,5
Medien-Online-Ausgaben
(in früheren Studien wurden nur Newsportale abgefragt)
68,5
Wikipedia
(zum ersten Mal abgefragt)
Interessant ist die Beurteilung von Drittportalen wie GoogleNews oder bluewin.ch, die als bedeu-
tend weniger wichtig eingestuft werden als in den früheren Umfragen. Bei der Abfrage von konkre-
ten News-Sites wird zwar GoogleNews als eine der wichtigsten Quellen genannt (vgl. Kapitel 4.3).
GoogleNews bleibt damit aber die Ausnahme unter den Newsportalen.
2009
98,2
2005 98,4
E-Mail
2002 98,8
98,3
96,9
Suchmaschinen
94,3
74,3
79,0
Internet-Seiten von Verwaltungen
81,2
63,0
78,0
Internet-Seiten von Unternehmen
78,1
53,0
31,9
Gebührenpflichtige Datenbanken
31,8
48,5
71,1
Newsportale (GoogleNews, bluewin etc.)
78,7
32,7
51,4
Newsletters
41,3
18,8
Soziale Netzwerke
Nicht gefragt
12,0
14,6
Blogs
Nicht gefragt
1,7
43,8
Social Bookmarks
(bis 2005: Link-Sammlungen)
55,9
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4.2. Der Schlüssel zur Welt heisst Google
Wie Kapitel 4.1 gezeigt hat, gehören Suchmaschinen zu den wichtigsten Webangeboten für
Journalistinnen und Journalisten. Auch andere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie eine
wichtige Rolle für verschiedene journalistische Tätigkeiten spielen, von der Prüfung einzelner
Fakten und Zahlen über das Aufstöbern von Hintergrundinformation und zusätzlichen Gesichts-
punkten bis zur Suche nach Illustrationsmaterial und zur Prüfung von Schreibweisen.
In den früheren Studien zeigte sich die dominante Stellung von Google bereits. Diese hat sich
nochmals akzentuiert. Praktisch alle Antwortenden nennen Google als eine der Suchmaschinen,
die sie hauptsächlich verwenden. Im Vergleich mit den Alternativen wird die dominante Stellung von
Google noch deutlicher: die nächstwichtigen Suchmaschinen verlieren weiter an Bedeutung.
,,Welche Suchmaschinen nutzen Sie hauptsächlich?" (Mehrfachnennungen möglich)
(Anteil der Antworten in %; N=518)
2009 99,8
2005 97,1
Google
2002 78,5
27,3
31,4
Search.ch
44,5
8,2
13,5
Yahoo
31,7
6,1
6,5
Altavista
24,8
1,5
3,4
Andere*
10,2
*genannt wurden: Microsoft LiveSearch, alltheweb.com, askjeeves.com, metasearch.ch, apollo7, truffels.com
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4.3. Newsquellen: GoogleNews und Wikipedia drängen sich vor
Wo informieren sich Medienschaffende Online, welches sind ihre beliebtesten Newsquellen?
Online-Ausgaben etablierter Medientitel bleiben an der Spitze der Quellenliste: Unter den Top Ten
der Nennungen erscheinen sieben Seiten von Medien und zwei von Agenturen. Angeführt wird die
Liste neu von tagesanzeiger.ch, nzz.ch fällt als Leader von 2002 und 2005 auf Platz zwei. Neu in
die Top 3 rückt GoogleNews vor von Position 14 im Jahr 2005. Damit stellt sich dieser News-
Aggregator auf Augenhöhe mit 20min.ch. Das Newsportal von bluewin fällt dagegen auf Position 11
zurück. Ein grosser Sprung nach vorne, von Platz 38 auf 13, gelingt mit Wikipedia einer Website,
die eigentlich nicht als News-Site konzipiert ist, oft aber hohen Aktualitätswert besitzt.
Zu dieser Rangliste ist anzumerken, dass die befragten Journalistinnen und Journalisten offenbar
nur zögerlich Angaben zu ihren bevorzugten News-Sites machen. Die 596 Befragten hätten jeweils
bis zu drei Websites angeben können. Wie im unten stehenden Diagramm angegeben, entschieden
sich schliesslich 369 Befragte für insgesamt 1035 Nennungen, oder durchschnittlich 2,8 Nennun-
gen.
,,Welche drei News-Sites (Medien/Agenturen/News-Dienste) sind für Ihre Arbeit am wichtigsten?"
(Anzahl Nennungen, N=1035; Angabe in Klammern: Rangierung 2005;
graue Balken: Websites von klassischen Medien)
1. tages-anzeiger.ch (4.)
86
2. nzz.ch (1.)
67
3. 20min.ch (16.)
65
3. GoogleNews (14.)
65
5. sda (5.)
64
6. smd (2.)
62
7. blick.ch (8.)
48
8. spiegel.de (3.)
44
9. bazonline.ch (10.)
20
10. sf.tv (12.)
18
11. bluewin.ch (9.)
17
12. bbc (13.)
16
13. admin.ch (7.)
15
13. bernerzeitung.ch (-)
15
13. wikipedia (38.)
15
16. newsnetz.ch (-)
13
17. tagblatt.ch (23.)
11
17. teletext.ch (38.)
11
19. ap.ch (46.)
10
20. New York Times (17.)
9
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4.4. Medien wollen Kontakt, Zahlen, Hintergrund
Was ist für Journalistinnen und Journalisten wichtig, wenn sie die Websites von Unternehmen,
Behörden oder Organisationen besuchen? Grundlegende Informationen stehen im Vordergrund:
Kontaktangaben, Fakten, Hintergrundmaterial und ein Archiv der Medienmitteilungen. Die weniger
wichtigen Angebote haben an Bedeutung verloren. Es zeigt sich: Bei einer Vielfalt von Auswahl-
möglichkeiten werden die Top-Gelisteten immer wichtiger, alles Weitere fällt zurück. Trotz Web 2.0
verlieren auch ,,Nice-to-have"-Angebote wie Feedback-Optionen stark an Anziehungskraft. Einzig
die Wichtigkeits-Nennungen für Video-Angebote verdoppeln sich, sie bleiben aber am Ende der
Wunschliste.
,,Welche Angebote auf der Internet-Site von Unternehmen, Behörden und Organisationen sind für Ihre
journalistische Arbeit wichtig?"
(Summe der Antworten ,,sehr wichtig" und ,,wichtig" in %; N=399)
2009 94,7
2005 90,3
Kontaktadressen und -telefon
2002 96,6
92,2
89,7
Zahlen und Daten
96,6
81,6
Hintergrundmaterial*
89,2
78,8
69,6
Pressecommuniqué-Archiv
89,5
59,6
62,4
Interne Suchmaschine
83,3
40,3
47,3
Pressespiegel erschienener Artikel
81,3
32,1
44,7
Linksammlungen
72,8
32,0
40,0
Fotosammlungen
66,8
18,5
26,2
Elektronische Feedback-Möglichkeiten
53,7
13,5
6,1
Video
19,6
*wurde 2002 nicht abgefragt.
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5. Online-Angebote nach Glaubwürdigkeit
5.1. Bedeutung des Internet als Quelle steigt
Wenn Journalistinnen und Journalisten aufgrund von Informationen aus dem Internet Artikel
schreiben, unter welchen Umständen tun sie dies? Die Antwort auf diese Frage vermittelt erste
Hinweise auf die Glaubwürdigkeit dieses Kanals.
Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (54,1 Prozent) hat das Netz bereits als Quelle benutzt, in
den Vorstudien lag dieser Anteil noch um 40 Prozent. Ebenso klar nimmt die Tendenz zu, das
Internet auch als Quelle des Beitrags zu nennen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass
der Anteil der Internet-Abstinenten auf einen Viertel ansteigt: 24,1 Prozent sagen, sie werden nie
Online-Quellen für einen Artikel verwenden.
,,Haben Sie schon einmal einen Artikel aufgrund einer Information aus dem Internet geschrieben?"
(in %; N=400)
2009 16,0
2005 18,9
Ja ohne besonderen Hinweis auf die Quelle.
2002 19,6
38,1
25,6
Ja und dabei klar auf das Internet als Ursprung
verwiesen.
22,1
21,8
38,7
Nein, aber kann ich mir vorstellen.
41,3
24,1
16,9
Nein, und ich werde es auch nicht tun.
17,0
Erstmals wurden die Journalistinnen und Journalisten befragt, wie sie mit Blogs und sozialen
Netzwerken als Quellen umgehen. Die Befragten zeigten sich dabei sowohl Blogs wie auch
sozialen Netzwerken als Quellen gegenüber als relativ offen. Rund ein Fünftel der Antwortenden
hat beide Möglichkeiten bereits ausgeschöpft. Bei der Frage nach einer etwaigen Nutzung spalten
sich die Meinungen in zwei beinahe gleich grosse Lager: Vorstellen können es sich etwas mehr als
40 Prozent, klare Ablehnung äussern etwas unter 40 Prozent.
,,Haben Sie schon einmal einen Artikel geschrieben, der auf Informationen aus einem Blog bzw. aus
einem sozialen Netzwerk basierte?"
(Antworten geordnet nach in %; N=302 für Blogs, N=301 für ,,Soziale Netzwerke")
2,0 (Blogs)
Ja ohne besonderen Hinweis auf die Quelle.
1,0 (Soziale Netzwerke)
Blogs 17,2
Ja, mit klarem Hinweis auf Blogs/Soziale Netzwerke
als Quelle.
Soziale Netzwerke 20,3
Blogs 44,4
Nein, aber kann ich mir vorstellen.
Soziale Netzwerke
43,2
Blogs 36,4
Nein, werde ich auch nie tun.
Soziale Netzwerke
35,5
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5.2. Online-Informationen werden gegenrecherchiert
Wie gehen Medienschaffende mit den Informationen Websites, Weblogs oder Sozialen Netzwerken
um? Der Vergleich zu anderen Quellen zeigt: Die neuen Anlaufstellen werden ähnlich sorgfältig
überprüft wie persönliche Gespräche mit inoffiziellen Quellen; alle Werte liegen hier in der Band-
breite um 90 Prozent für eine Gegenrecherche. Etwas tiefer, aber immer noch bei drei Vierteln liegt
dieser Anteil bei zugestellten Informationen. Nur knapp 40 Prozent validieren persönliche
Informationen aus offiziellen Quellen.
,,Wie intensiv überprüfen Sie die Richtigkeit der Informationen...
(Anteil der Antworten ,,Suche eine weitere Quelle" in %; N=395)
...von persönlichen Gesprächen mit inoffiziellen Quellen
92,7
...von online gefundenen Informationen
90,7
...von Weblogs
89,9
...von Sozialen Netzwerken
89,4
...von zugestellten Informationen
77,8
...von persönlichen Gesprächen mit offiziellen Quellen
39,1
5.3. Wikipedia überraschend glaubwürdig, Blogs unglaubwürdig
Die direkte Frage nach der Glaubwürdigkeit ergab einen überraschenden Befund bezüglich
Wikipedia: Mehr als die Hälfte der Befragten betrachten die Glaubwürdigkeit von Wikipedia als sehr
hoch oder hoch. Dies überrascht insofern, weil immer wieder auch in den Medien darauf
hingewiesen wird, dass niemand genau wisse, wie seriös die Informationen auf Wikipedia seien.
Die Verwaltungs- und Unternehmens-Websites werden im Vergleich mit früher leicht glaubwürdiger
eingestuft. Überraschend schlecht hingegen schneiden in diesem Vergleich die Weblogs ab, deren
Glaubwürdigkeit im Vergleich zu 2005 (Wert für 2005: 4,6 Prozent) sogar noch leicht schlechter
eingestuft wird. Die Sozialen Netzwerke reihen sich mit ihrer Erstbefragung für einmal am Ende ein.
,,Wie beurteilen Sie persönlich die Glaubwürdigkeit auf Internet-Seiten von...
(Summe der Antworten ,,sehr hoch" und ,,hoch"; N=390)
Internet-Sites von Verwaltungen
90,5
Gebührenpflichtigen Datenbanken
77,7
Medien-Online-Ausgaben
71,8
Internet-Sites von Unternehmen
66,6
Wikipedia
55,3
E-Mail-Newsletters
48,0
Newsportalen
45,4
Sozialen Netzwerken
6,4
Blogs
3,1
Social Bookmarks
2,6
Online-Foren
2,3
Den Befragten konnten angeben, die Glaubwürdigkeit einer bestimmten Kategorie nicht beurteilen
zu können. Von dieser Option machten allerdings mit Ausnahme der Social Bookmarks, die
allgemein noch nicht sehr bekannt sind nur wenig Befragte Gebrauch. Die positive Einschätzung
von Wikipedia ist übrigens sehr eindeutig: Nur 1,3 Prozent der Befragten können gemäss eigener
Einschätzung nicht beurteilen, wie glaubwürdig dieses Online-Lexikon als Quelle ist.
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6. Web 2.0
6.1. Soziale Netzwerke etablieren sich
Seit der letzten Studie sind neue Internet-Applikationen aufgetaucht, die im Alltag von Journalis-
tinnen und Journalisten eine Rolle spielen. Die folgenden Anwendungen wurden erstmals im
direkten Vergleich abgefragt.
Erstaunlich ist die starke Position Sozialer Netzwerke: Mit einem Ja-Anteil von 42,5 Prozent über-
nehmen sie bereits eine wichtige Funktion in der journalistischen Arbeit und überholen auch die
inzwischen bewährten Blogs. Der Kurznachrichtendienst Twitter erzielt mit 6,1 Prozent Nutzungs-
nennung einen Achtungserfolg und überholt auf Anhieb die Social Bookmark-Plattformen.
,,Verwenden Sie für Ihre Arbeit folgende Web-2.0-Kommunikationsmittel?"
(Anteil der Ja-Antworten in %; N=459)
Video-Plattformen
54,5
Soziale Netzwerke
42,5
Podcast
39,0
Blogs
33,5
RSS-Feeds
22,2
Bild-Plattformen
17,2
Twitter
6,1
Social Bookmarks
3,3
Beachtenswert sind zudem die Prozentanteile für die Antwort ,,Kenne ich nicht". Dass noch
18,3 Prozent der Befragten Twitter nicht kannten, überrascht nicht. Schon erstaunlicher ist,
dass 20,5 Prozent der Befragten angaben, RSS-Feeds nicht zu kennen. Sogar 32,7 Prozent
der Befragten waren Social Bookmarks fremd.
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Die Betrachtung nach Alter zeigt gewisse Unterschiede zwischen den Kategorien. So nutzen
fast zwei Drittel aller Journalistinnen und Journalisten unter 30 soziale Plattformen für ihre Arbeit,
jedoch nur knapp 20 Prozent der Über-50jährigen. Bei den meisten Anwendungen sind jedoch
die Unterschiede zwischen den Unter-30jährigen und den 30-bis-50jährigen gering. Nur die
Medienschaffenden über 50 Jahre nutzen die Web-2.0-Anwendungen generell weniger.
,,Verwenden Sie für Ihre Arbeit folgende Web-2.0-Kommunikationsmittel?"
(Anteil der Ja-Antworten nach Altersgruppen in %; N=459)
Jünger als 30
74,2
Video-Plattformen
31 bis 50
56,0
Älter als 50
34,6
62,9
Soziale Netzwerke
44,6
19,2
41,6
Podcast
43,0
25,6
23,6
Blogs
24,4
16,7
31,5
RSS-Feeds
40,4
20,5
29,2
Bild-Plattformen
16,6
10,3
6,7
Twitter
6,2
3,8
4,5
Social Bookmarks
4,7
1,3
Die Betrachtung nach Medientyp zeigt, dass vor allem Online-Redaktionen die Angebote des
Social Web verwenden. Dies hängt wohl mit einer grösseren Affinität für neue Technologien
zusammen und mit der hohen Verwertbarkeit der Inhalte aus dem Web 2.0. Je nach Anwendung
fallen auch andere Medientypen auf:
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,,Verwenden Sie für Ihre Arbeit folgende Web-2.0-Kommunikationsmittel?"
(Anteil der Ja-Antworten nach Medientyp in %; N=381)
Print 49,0
Radio
73,8
Video-Plattformen
TV
67,6
Online
88,2
Agenturen 51,6
Print
41,2
Radio
52,4
Soziale Netzwerke
TV
32,4
Online
64,7
Agenturen
29,0
Print 20,6
Radio 47,6
2.4
Podcast
TV 44,1
2.9
Online 41,2
Agenturen 41,9
Print 36,6
Radio 16,7 2.4
Blogs
TV 17,6
2.9
Online 52,9
Agenturen 32,2
Print 20,6
Radio 21,4 2.4
RSS-Feeds
TV 23,5 2.9
Online 35,3
Agenturen 22,6
Print 17,5
Radio 14,3
2.4
Bild-Plattformen
TV 20,6
2.9
Online 29.4
Agenturen 16,1
5.4
2.4
Twitter
2.9
29.4
0,0
3.9
2.4
Social Bookmarks
5.9
5.9
0.0
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6.2. Blogs werden vor allem passiv genutzt
Weblogs waren als Vorreiter der Web 2.0-Anwendungen bereits 2005 verfügbar und in der Studie
abgefragt. Noch vor vier Jahren gaben 83,4 Prozent der Befragten an, Blogs nie für ihre Arbeit zu
nutzen. Heute liegt der Anteil der Abstinenten noch bei zwei Drittel. Von den Blog-Nutzern geben
88,5 Prozent an, Blogs zu lesen und 15,1 Prozent pflegen eigene Online-Inhalte in Blogform.
Interessant ist hier der Vergleich zur Frage nach der Wichtigkeit von Online Quellen in 4.1: In einer
Gesamtbetrachtung der vielen Online-Möglichkeiten geben die Befragten den Blogs tiefere
Wichtigkeitswerte. In dieser Einzelfrage dagegen legen Blogs zu.
,,Wie nutzen Sie Weblogs für Ihre journalistische Arbeit?"
(Nur Befragte, die angaben, Blogs für ihre Arbeit zu nutzen; Anteil der Antworten in %; N=157)
Lese Blogs
88,5
Kommentiere ab und zu in fremden Blogs
14,0
Kommentiere regelmässig in fremden Blogs
1,9
Habe eigenen Blog
15,3
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6.3. Heterogene Anwendungsmuster im Social Web
Die Anwendungen des Mitmach-Web eröffnen neue Möglichkeiten wie werden sie im journalisti-
schen Alltag eingesetzt? Die Fragestellung nimmt die eingangs gestellten journalistischen Grund-
funktionen erneut auf und ergänzt sie um Web 2.0-Einsatzmöglichkeiten.
Über alle Anwendungen hinweg am wichtigsten sind die Funktionen zu Beginn der Beitrags-
produktion: Ideen finden, Trends aufspüren und vor allem Zusatzinformationen finden. Das gilt
interessanterweise auch für Video-Plattformen wie YouTube oder Soziale Netzwerke wie Facebook.
Erst danach folgen die dialogischen Funktionen wie Communities oder Netzwerke pflegen.
Ein interessantes Bild zeigt sich bei den Sozialen Netzwerken, wo die Recherche und die Pflege
von Beziehungen hohe Anteile verzeichnen. Aufgrund der Fragestellung dieser Erhebung darf
davon ausgegangen werden, dass diese Beziehungspflege nicht private Ziele fokussiert, sondern
eine neue Art der laufenden journalistischen Quellenpflege und Vernetzung darstellt.
Im Folgenden sind die Nennungen pro Anwendung aufgeführt, die von mindestens 5 Prozent
der Befragten genannt wurden. Diese Hürde schafften Social Bookmarks und Twitter für keine
der Aufgaben. Bild-Plattformen wurden als Quelle für Bilder von mehr als 5 Prozent, nämlich
8,2 Prozent, der Befragten genannt. Die substanziellen Nennungen betreffen demnach die
Anwendungen Video-Plattformen, RSS-Feeds, Podcasts und Soziale Netzwerke. Sie verteilen
sich wie folgt:
,,Wofür verwenden Sie diese neuen elektronischen Kommunikationsmittel?"
(Antworten in %; N=468)
20,9
Idee für Artikel/Beitrag
25,2
Trends aufspüren
Video-Plattformen
27,8
Zusatzinformationen finden
10,8
Alternative Perspektiven
8,8
Quelle für Bilder
14,1
Idee für Artikel/Beitrag
8,0
Trends aufspüren
13,4
Zusatzinformationen finden
5,9
Alternative Perspektiven
RSS-Feeds
15,0
Idee für Artikel/Beitrag
8,3
Trends aufspüren
25,0
Zusatzinformationen finden
10,2
Alternative Perspektiven
Podcasts
5,4
Archiv / Persönliche Ablage
19,9
Idee für Artikel/Beitrag
25,4
Trends aufspüren
16,2
Zusatzinformationen finden
9,6
Alternative Perspektiven
9,2
Dialog mit Online-Communities
Soziale Netzwerke
28,6
Pflege von Netzwerken
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7. Dialog und Abonnements
7.1. E-Mail mehrmals täglich
Die Schweizer Medienschaffenden lesen ihre Mails mehrmals täglich. Dass E-Mail zum wichtigsten
Kommunikationskanal geworden ist, wurde schon bei der generellen Nutzung im Kapitel 4.1 offen-
sichtlich. Nur noch eine verschwindend kleine Mehrheit erlaubt sich, die Mails einmal pro Tag oder
weniger häufig anzuschauen.
,,Wie oft lesen Sie Ihre geschäftlichen E-Mails?"
(Anteil der Antworten in %; N=400)
2009 95,0
2005 92,3
Mehrmals täglich
2002
86,0
3,8
5,9
Ein Mal pro Tag
10,1
1,0
1,5
Wöchentlich
3,3
0,0
0,2
Weniger als wöchentlich
0,1
0,3
0,2
keine geschäftliche E-Mail
0,6
7.2. Auffälligster Zuwachs bei Leserkontakten
E-Mail hat für alle Tätigkeiten leicht an Bedeutung zugelegt, wie die folgende Detaillierung zeigt.
Wie in Kapitel 4.4 festgestellt, sind die elektronischen Feedbackmöglichkeiten auf Websites für
Journalistinnen und Journalisten eher weniger wichtig. Dies lässt schliessen, dass sie ihre Quellen
lieber per E-Mail ansprechen als via Website-Kommunikation. An Wichtigkeit gewonnen hat auch
das E-Mail für den Kontakt mit Leserinnen und Lesern. Diese wenden sich immer stärker via E-Mail
statt mit Leserbriefen an die Redaktion.
,,Wie wichtig ist für Sie E-Mail...
(Summe der Antworten ,,sehr wichtig" und ,,wichtig"; N=400)
2009 89,5
2005 83,1
um Medienmitteilungen zu empfangen
2002 78,6
78,5
75,4
um Informanten zu befragen
74,2
70,5
69,9
um aktuelle News online zu empfangen
69,3
66,3
57,5
für den Kontakt mit Lesern
53,4
22,5
15,2
um via Mailgruppen Story-Inputs zu erhalten
15,8
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7.3. Abonnements: E-Mail vor RSS und Twitter
Medienschaffende nutzen Informationen immer seltener via aufgerufene Websiten sie lassen sich
Neuigkeiten und Links automatisiert zustellen. Dabei zeigt sich, dass E-Mail immer mehr zum
zentralen Lesekanal für abonnierte Infos wird, weit vor RSS. Noch verschwindend wenige Nutzer
nutzen die neue Option, Mitteilungen über den Kurznachrichtendienst Twitter zu abonnieren.
Abonnieren Sie News von (via E-Mail / via RSS-Feed / via Twitter)
(Anteil der Antworten in %; N=426)
E-Mail
RSS
Twitter
Politik/Verwaltung
50,0
4,9
0,5
Info-Dienste, Agenturen
46,2
8,0
0,2
Unternehmen
41,1 2,1
0,2
Online-Medien
33,6
8,0
0,9
Google News
12,0
4,0
0,2
Blogs
4,5
4,0
1,6
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7.4. Auch Einladungen und Pressemappen auf E-Mail
E-Mail war schon vor vier Jahren der bevorzugte Kommunikationskanal für den Empfang von
Medienmitteilungen und für Einladungen zu Medienveranstaltungen. Neu bevorzugen die Antwor-
tenden E-Mail auch für den Erhalt von Pressemappen, die 2005 noch häufiger per Briefpost ge-
wünscht wurden. Weiter an Bedeutung verloren hat der Fax. Immerhin: Noch rund fünf Prozent der
Befragten arbeiten bevorzugt via Fax. Noch unwichtig sind die hier zum ersten Mal abgefragten
Dienste RSS und Twitter.
,,Wie erhalten Sie bevorzugt Informationen von Organisationen und Unternehmen?"
(Mehrfachantworten möglich; Anteil der Antworten in %; N=401)
Communiqués
2009 96,0
E-Mail
2005 84,4
9,0
Briefpost
10,2
5,2
Fax
5,4
RSS* 0,5
Twitter* 0,0
Einladung zu Pressekonferenzen
2009 92,8
E-Mail
2005 69,3
18,2
Briefpost
25,0
5,0
Fax
5,8
RSS*
0,5
Twitter*
0,0
Pressemappen
68,6
E-Mail
32,0
46,1
Briefpost
66,3
0,7
Fax
1,7
RSS*
0,2
Twitter*
0,0
*wurde 2005 nicht abgefragt.
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8. Ausbildung und Ausblick
8.1. Gute Kenntnisse ohne Schulung
Das Internet ist das zentrale Arbeitsinstrument. Wie Studien in Deutschland gezeigt haben, sind
aber die Anwenderkenntnisse von Medienschaffenden oft unbefriedigend (vgl. Machill et al., 2008).
Deshalb interessiert wie vor vier Jahren auch in dieser Befragung, ob Medienschaffende für den
Umgang mit dem Internet je eine Ausbildung besucht haben. Die Ergebnisse für das Jahr 2009 sind
mit denen von 2005 vergleichbar.
,,Haben Sie eine Ausbildung spezifisch für die Nutzung des Internets besucht?"
(Anteil der Antworten in %; N=370)
2009 68,4
2005 64,3
Nein
2002 68,4
21,4
20,7
Ja, einmal
23,0
10,3
14,0
Ja, mehrmals
8,6
Im Gegensatz zur erwähnten Studie in Deutschland beurteilen die Journalistinnen und Journalisten
selbst ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Internet meist als gut. Es lassen sich
dabei, wie in der früheren Untersuchung, gewisse Unterschiede zwischen den Geschlechtern und
verschiedenen Alterskategorien feststellen. Ob diese einen unterschiedlichen Kenntnisstand oder
eine unterschiedlich realistische Einschätzung beschreiben, kann nicht beurteilt werden.
,,Wie gut sind Ihrer Meinung nach Ihre Nutzer-Kenntnisse des Internets?"
(Anteil der Antworten in %; N=369)
sehr gut
gut
schlecht
sehr schlecht
Alle Befragten
29,0
64,2
6,5
0,3
(2005)
22,3
66,4
10,9
0,4
jünger als 36
39,9
57,5
2,6
36 bis 55 Jahre alt
25,6
65,6
8,8
älter als 56 Jahre
8,5
80,9
8,5
2,1
männlich
32,2
60,7
6,3
weiblich
20,5
71,8
6,8
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8.2. Das Internet erleichtert die Arbeit und erhöht den Druck
Die abschliessende Frage zur Zukunft des Internet im journalistischen Alltag wurde anhand von elf
Thesen gestellt. Dabei zeigen sich folgende Einschätzungen:
Von Jahr zu Jahr geben mehr Medienschaffende an, dass das Internet ihre
Arbeit erleichtert
.
Dieser Aussage stimmen diesmal vier von fünf Befragten sehr zu, kaum jemand widerspricht.
Markant zugenommen hat die Einschätzung, dass durch das Internet der
Aktualitätsdruck
für die
Medien generell steigt. Dies kann man als Folge der ausgebauten Online-News-Plattform diverser
Medienhäuser und der damit steigenden News-Konkurrenz sehen.
Schliesslich gewinnt auch die Einschätzung, dass Journalistinnen und Journalisten dank dem
Internet
unabhängiger geworden sind von offiziellen Pressemitteilungen
stark an Anhängern.
Uneinig bleiben sich die Medienschaffenden bei der Frage, ob dank dem Internet die
Qualität
der
Medien gestiegen sei. Dieser These stimmten 2009 allerdings mehr Antwortende zu als noch vor
drei Jahren.
Überraschend im Vergleich zu den bisherigen Antworten ist erstens die Einschätzung, dass Online-
News-Plattformen wie
Google oder bluewin eher keine Konkurrenz
für die Medien darstellen.
Und zweitens die Tatsache, dass
Soziale Netzwerke eher nicht als nützliche Hilfsmittel
beurteilt
werden. Beide Einschätzungen widersprechen der hohen Eigennutzung von GoogleNews oder
Sozialen Netzwerken, wie sie in den vorangegangenen Antworten zum Ausdruck kommt. Und sie
zeigen hohe Standardabweichungen, was auf weit auseinander liegende Ja- und Nein-Antworten
hinweist.
Die Standardabweichung misst, wie einig sich die Befragten bei der Einschätzung der
verschiedenen Aussagen waren. Eine hohe Standardabweichung weist auf eine unterschiedliche
Beurteilung der Statements hin. Ein Vergleich der Werte zeigt eine höhere Uneinigkeit bei der
Beurteilung der neuen Angebote Soziale Netzwerke und Online-News-Plattformen, aber auch bei
der Frage, ob das Internet die Medienschaffenden unabhängiger macht von offiziellen
Medienmitteilungen. Grosse Einigkeit herrscht dagegen bei der Aussage, dass das Internet die
journalistische Arbeit erleichtert.
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,,Inwiefern treffen die folgenden Aussagen Ihrer Meinung nach zu?"
(+1,5 = trifft sehr zu, 1,5 = trifft gar nicht zu; in Klammern: Standardabweichung 2009, je tiefer dieser Wert,
desto einheitlicher die Aussagen; N=384)
1,5 = trifft gar nicht zu
+1,5 = trifft sehr zu
2009 1,48
2005
1,28
Das Internet erleichtert die journalistische Arbeit. (0,42)
2002
1,03
1,40
0,74
Durch das Internet hat der Aktualitätsdruck für
die Medien zugenommen.
(0,48)
0,53
1,21
Nicht abgefragt
Durch das Internet spare ich Zeit
(0,64)
1,18
1,01
Das Internet wird die Arbeit von Journalisten in
Zukunft noch stärker beeinflussen.
(0,56)
0,81
0,78
(0,73)
0,27
Wegen des Internets wird die Interpretation
wichtiger als das Beschaffen von neuen
Informationen.
0,14
0,44
(0,82)
0,18
Das Internet macht den Journalisten
unabhängiger von offiziellen Medienmitteilungen
0,03
0,32
0,57
Dialogische Internet-Anwendungen machen den
Kontakt mit Lesern intensiver.
(0,80)
0,25
0,19
(0,79)
0,17
Das Internet erhöht die Qualität der
journalistischen Produkte.
0,23
0,35
Soziale Netzwerke sind nützliche Hilfsmittel für
die journalistische Arbeit.
(0,93)
Nicht abgefragt
*wurde 2002 nicht abgefragt.
0,36
(0,78)
0,05
Medien-Rezipienten werden dank Internet
vermehrt selbst zu Publizierenden.*
-0.01
(0,92)
0,05
Das Internet, insbesondere Online-News-
Services, sind eine ernsthafte Konkurrenz für
Medien.*
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9. Methode
9.1. Die Befragungsmethode
Die Ergebnisse dieser Studie beruhen auf einer Online-Befragung, die im April 2009 durchgeführt
wurde. Der Fragebogen lehnt sich dabei an die letzten beiden Befragungen an, ergänzt mit zusätz-
lichen Fragen, die sich insbesondere mit Anwendungen des Web 2.0 befassen. Der Fragebogen ist
am Ende dieses Berichts abgedruckt.
9.2. Das Sample
Im Gegensatz zu den Vorgängerstudien wurden für diese Studie Medienschaffende aus der ganzen
Schweiz befragt. Während bei den früheren Studien die Mitglieder des Journalistenverbandes
impressum angefragt wurden, richtete sich diese Befragung an die redaktionellen Mitarbeitenden
von Print-, Radio-, TV- und Online-Redaktionen. Befragt wurde die folgende Anzahl an Redak-
tionen:
TV Agenturen
Radio Print Online
15 1 25 50 3
Angeschrieben wurden dabei 2988 Medienschaffende. Nach Abzug der ungültigen Adressen blie-
ben noch 2506, die tatsächlich eine Aufforderung erhielten, den Fragebogen auszufüllen. Von
diesen beantworteten 596 Medienschaffende die Fragen. Der Rücklauf entsprach dabei in der
Struktur der Auswahl an Angeschriebenen, wie unten stehende Tabelle zeigt.
Bezüglich wichtiger Strukturmerkmale kann diese Befragung deshalb als repräsentativ für die in
Informationsmedien tätigen Journalistinnen und Journalisten in der Schweiz bezeichnet werden.
Rücklauf im Vergleich zu den Angeschriebenen
(in %)
Medientyp
Angeschrieben (N=2988)
Rücklauf (N=596)
Online 2,8
4,5
Print 70,8
67,3
Radio 13,4
11,1
TV 7,0
8,7
Agentur 6,0
7,9
Gesamt 100,0
Sprachregion
Deutschschweiz 85,4
86,6
Romandie 14,0 12,3
Ticino 0,6
1,1
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9.3. Das Sample nach soziodemografischen Merkmalen
Ein Vergleich der Stichprobenstruktur dieser Umfrage mit den Daten der letzten gesamtschweize-
rischen Journalismusbefragung aus dem Jahr 1999 (Marr et al., 2001) zeigt folgendes Resultat:
Journalisten im Internet
2009 (N=596)
Journalisten-Befragung 1999
(N=2020)
Geschlecht
Männer 68,3
68,4
Frauen 31,7
31,6
Alter
bis 24 Jahre
6,1
1,1
25 bis 34 Jahre
33,1
29,8
35 bis 44 Jahre
25,7
35,0
45 bis 54 Jahre
21,0
23,3
55 bis 64 Jahre
12,7
10,3
ab 65 Jahre
1,4
0,5
Sprachregion
Deutschsprachige Schweiz
86,6
74,7
Französischsprachige Schweiz
12,3
20,8
Italienischsprachige Schweiz
1,1
4,5
Medientyp
Bezahlte Tageszeitung
56,3
40,1
Gratis-Tageszeitung 2,6
Wochenzeitung
/-zeitschrift 5,5 9,8
Nicht tägliche Lokalzeitung
1,3
Illustrierte, Lifestyle-Magazin
0,3
11,9
Fachzeitschrift 1,3
5,0
Öffentliches Radio
0,8
10,6
Öffentliches Fernsehen
6,0
12,5
Privatradio/-TV 13,1
5,4
Online-Medium 4,5
Nachrichtenagentur/Pressedienst 8,1
4,7
Sonstige 0,3
Ressortzugehörigkeit
Ausland 7,1
5,9
Inland/Politik 12,3
15,6
Aktuelles/Information -
7,5
Lokales 37,7
25,0
Wirtschaft 12,3
12,1
Kultur 7,1
17,5
Medien, Online
1,1
-
Sport 14,6
10,5
Wissenschaft, Gesundheit, Natur, Bildung
3,4
Gesellschaft 4,5
5,9
Der Vergleich zeigt grosse Unterschiede, auf die einzeln eingegangen werden muss. Zunächst liegt
die Stichprobe der vorliegenden Befragung altersmässig leicht unter dem allgemeinen Durchschnitt.
Dies lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass die allgemeine Befragung aus dem Jahr 1999
auf den Mitgliederlisten der Verbände basierte, während die Befragten der Untersuchung ,,Journa-
listen im Internet 2009" aufgrund von ausgesuchten Medientiteln direkt angeschrieben wurden. Da
jüngere Journalisten oft noch keinem Verband angehören, entspricht die Stichprobe von 2009
wahrscheinlich eher der Realität auf Schweizer Redaktionen.
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Bezüglich Sprachregionen zeigt sich, dass die Deutschschweiz im Sample leicht übervertreten
ist. Dies könnte damit zusammenhängen, dass relativ wenig Medienschaffende von öffentlich-
rechtlichen Radioredaktionen angefragt wurden, diese aber in der Romandie und in der italieni-
schen Schweiz übervertreten sind.
Bei den Medientypen fällt die Untervertretung von Fachmagazinen und Illustrierten auf die Folge
einer bewussten Auswahl von Medienschaffenden aus dem Informationsjournalismus. Dies wider-
spiegelt auch die Untervertretung der Ressorts Kultur und Gesellschaft. Die Ergebnisse der Um-
frage gelten deshalb auch stärker für Informationsjournalistinnen und -journalisten und weniger für
Lifestyle-, Unterhaltungs- und Fachressorts. Untervertreten sind auch Medienschaffende von SRG-
Redaktionen.
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33
Anhang
10. Fragebogen
A. Internet-Gebrauch
1. Wie oft gehen Sie selbst für Ihre Arbeit als Journalist ins Internet (ohne E-Mail)?
o
Mindestens einmal pro Stunde
o
Mindestens
täglich
o
Mindestens
wöchentlich
o
Weniger als einmal wöchentlich
o
Nie
2. Wieviel Zeit verbringen Sie durchschnittlich pro Arbeitstag im Internet (ohne E-Mail)?
o
0 bis 1 Stunde
o
1 bis 3 Stunden
o
3 bis 5 Stunden
o
Mehr als 5 Stunden
o
Sonstiges:
.................
3. Wie gelangen Sie für Ihre journalistische Arbeit ins Netz?
Bitte wählen Sie alle Punkte aus,
die zutreffen
o
Mit meinem Computer am Arbeitsplatz
o
Mit meinem privaten Computer zu Hause
o
Mit meinem mobil vernetzten Laptop (W-LAN, mobiles Internet, etc.)
o
Mit meinem Handy
4. Wie gross ist Ihr Anteil der mobilen Internet-Nutzung, in Prozenten:
5 Wofür nutzen Sie den mobilen Zugang hauptsächlich (Mehrfachnennungen möglich)?
o
Abruf aktueller News
o
Recherchen
o
Lesen / Beantworten von E-Mails
o
Sonstiges:
..............
6. Wozu benützen Sie bei Ihrer Arbeit das Internet generell? (mit E-Mail; Mehrfachnennungen
möglich)
o
Ideen für einen Artikel finden
o
Erste Informationen für einen Artikel finden
o
Als zusätzliche Quelle, um Informationen zu verifizieren
o
Spezifische
Zahlen/Hintergründe/Angaben zu einem gegebenen Thema finden
o
Zusätzliche Perspektiven/Meinungen zu einem Thema finden
o
Vergleiche mit anderen Medien machen
o
Reaktionen auf meine Artikel lesen
o
Bilder/Illustrationsmaterial für meinen Artikel finden
o
Sonstiges:
.......................
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7. Das Internet bietet eine Fülle an Dienstleistungen und technischen Möglichkeiten. Bitte
beurteilen Sie unten stehende Service-Angebote des Internets bezüglich ihrer Wichtigkeit für
Ihre journalistische Arbeit.
sehr
wichtig
wichtig
weniger
wichtig
unwichtig
E-Mail o
o
o
o
Suchmaschinen o
o
o
o
Internet-Sites von Unternehmen
o
o
o
o
Internet-Sites von Verwaltungen
o
o
o
o
Medien-Online-Ausgaben o
o
o
o
Newsportale (bluewin.ch, Google news etc.)
o
o
o
o
Blogs o
o
o
o
Online-Foren o
o
o
o
E-Mail-Newsletter o
o
o
o
Gebührenpflichtige Datenbanken (smd, swissdox etc.)
o
o
o
o
Wikipedia o
o
o
o
Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, linkedin, MySpace
etc.)
o o o
o
Social Bookmarks (delicious, Mr. Wong etc.)
o
o
o
o
Andere........................... o
o
o
o
9. Welche Suchmaschinen nutzen Sie hauptsächlich? (Mehrfachnennungen möglich)
o
Google
o
search.ch
o
Microsoft
LiveSearch
o
Yahoo!
o
Excite
o
Altavista
o
Local.ch
o
Bluewin.ch
o
Ich benutze keine Suchmaschinen
o
Sonstiges:
.......................
10. Verwenden Sie für Ihre Artikel Informationen von ...
Ja, ohne
Rückfrage
Ja, aber
nur nach
Rückfrage
ja, aber nur nach
Bestätigung durch
unabhängige Quelle
Nein
Internet-Sites von Unternehmen
o
o
o
o
Internet-Sites von Verwaltungen
o
o
o
o
Medien-Online-Ausgaben o
o
o
o
Newsportale (bluewin.ch, Google news etc.)
o
o
o
o
Blogs o
o
o
o
Online-Foren o
o
o
o
E-Mail-Newsletter o
o
o
o
Gebührenpflichtige Datenbanken (smd, swissdox etc.)
o
o
o
o
Wikipedia o
o
o
o
Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, linkedin, Myspace etc.)
o
o
o
o
Social Bookmarks (delicious, Mr. Wong etc.)
o
o
o
o
Andere........................... o
o
o
o
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11. Für die journalistische Arbeit stehen zahlreiche Medien und Quellen für die
Themenfindung und Recherche zur Verfügung. Wie wichtig sind für Ihre Arbeit die folgenden
Medien und Informationsquellen?
sehr
wichtig
wichtig
weniger
wichtig
unwichtig
Internet (ohne E-Mail)
o
o
o
o
Radio o
o
o
o
TV o
o
o
o
Tageszeitungen o
o
o
o
Wochen- und Fachzeitschriften
o
o
o
o
Agenturmeldungen o
o
o
o
Eigene Ablage, Zeitungsarchiv
o
o
o
o
Bücher o
o
o
o
Persönliches Gespräch
o
o
o
o
Andere........................... o o o
o
12. Nutzen Sie Weblogs für Ihre journalistische Arbeit?
o
Nein
o
Ja, ich lese Blogs
o
Ja, ich kommentiere ab und zu in fremden Blogs
o
Ja, ich kommentiere regelmässig in fremden Blogs
o
Ja, ich habe meinen eigenen Blog
13. Verwenden Sie folgende Web-2.0-Kommunikationsmittel?
Ja
Nein
Kenne ich nicht
Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, linkedIn, MySpace, etc.)
o
o
o
Social Bookmarks (delicious, Mr. Wong, etc.)
o
o
o
Twitter o
o
o
Video-Plattformen (YouTube etc.)
o
o
o
Bild-Plattformen (Flickr etc.)
o
o
o
RSS-Feeds o
o
o
Podcast o
o
o
14. Wofür verwenden Sie die ausgewählten Web-2.0-Kommunikationsmittel?
o
Idee für Artikel/Beitrag
o
Trends
aufspüren
o
Zusatzinformationen
finden
o
Alternative
Perspektiven
o
Archiv / Persönliche Ablage
o
Dialog mit Online-Communities
o
Pflege von Netzwerken
o
Reaktionen auf eigene Beiträgen finden
o
Quelle für Bilder
o
Sonstiges:
.....................
B. News im Internet / Recherche
15. Welche drei News-Sites (Medien/Agenturen/News-Dienste) sind für Ihre Arbeit am
wichtigsten?
http:// .......................
http:// .......................
http:// .......................
16. Abonnieren Sie News von (Mehrfachnennungen möglich)...
via E-Mail
via RSS-Feed via Twitter
(Online-)Medien o
o
o
GoogleNews o
o
o
Informationsdienste, News-Agenturen, Branchen-Info-Dienste
o
o
o
Politik/Verwaltung o
o
o
Unternehmen o
o
o
Blogs o
o
o
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17. Welche Angebote auf Internet-Sites von Unternehmen, Behörden und Organisationen
sind für Ihre journalistische Arbeit wichtig?
sehr
wichtig
wichtig
weniger
wichtig
unwichtig
Pressecommuniqué-Archiv o
o
o
o
Pressespiegel erschienener Artikel
o
o
o
o
Zahlen und Daten
o
o
o
o
Downloads von Text-Dokumenten
o
o
o
o
Video-Downloads o
o
o
o
Foto-Sammlungen o
o
o
o
Hintergrundmaterial o
o
o
o
Elektronische Feedback-Möglichkeiten
o
o
o
o
Linksammlungen o
o
o
o
Interne Suchmaschine
o
o
o
o
Kontaktadressen und Telefonnummern
o
o
o
o
Andere........................... o
o
o
o
18. Und wie sind Sie hinsichtlich Ihrer journalistischen Arbeit mit dem Internet-Angebot von
Unternehmen zufrieden bezüglich...
sehr
zufrieden
zufrieden
eher nicht
zufrieden
gar nicht
zufrieden
weiss
nicht
Pressecommuniqué-Archiv o
o
o
o
o
Pressespiegel erschienener Artikel
o
o
o
o
o
Zahlen und Daten
o
o
o
o
o
Foto-Sammlungen o
o
o
o
o
Elektronische Feedback-Möglichkeiten
o
o
o
o
o
Navigation o
o
o
o
o
Kontaktadressen und Telefonnummern
o
o
o
o
o
C. E-Mail-Verwendung
19. Wie oft lesen Sie Ihre geschäftlichen E-Mails?
o
Mehrmals
täglich
o
Ein Mal pro Tag
o
Weniger als einmal täglich
o
Ich habe keine geschäftliche E-Mail-Adresse.
20. Wie wichtig ist für Sie E-Mail...
sehr
wichtig
wichtig
weniger
wichtig
unwichtig
für den Kontakt mit Lesern
o
o
o
o
um Informanten zu befragen
o
o
o
o
um aktuelle News online zu empfangen
o
o
o
o
um Medienmitteilungen zu empfangen
o
o
o
o
um via Mailgruppen Story-Inputs zu erhalten
o
o
o
o
21. Welchen Kommunikationskanal bevorzugen Sie für Ihre journalistische Tätigkeit
(maximum je zwei Nennungen)
persönliches
Gespräch
E-Mail
Brief
Fax
Telefon
SMS
zur Kommunikation mit Ihnen
bekannten Informanten und Quellen
o
o o o o o
zur Kommunikation mit Ihnen un-
bekannten Informanten und Quellen
o
o o o o o
zur Kommunikation mit Berufs-
kollegen
o
o o o o o
22. Wie erhalten Sie bevorzugt Informationen von Organisationen und Unternehmen?
E-Mail
Fax
Briefpost RSS Twitter
Einladung zu Pressekonferenzen
o
o
o
o
o
Communiqués o
o
o
o
o
Pressemappen o
o
o
o
o
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37
D. Journalistische Praxis
23. Haben Sie schon einmal einen Artikel geschrieben / Beitrag produziert, der hauptsächlich
auf Informationen aus dem Internet basierte?
o
Ja, ohne besonderen Hinweis auf die Quelle.
o
Ja, und dabei klar auf das Internet als Ursprung der Geschichte verwiesen.
o
Nein, aber kann ich mir vorstellen.
o
Nein, und ich werde es auch nicht tun.
24. Haben Sie schon einmal einen Artikel geschrieben / einen Beitrag produziert, der auf
Information aus einem Blog basierte?
o
Ja, ohne besonderen Hinweis auf die Quelle.
o
Ja, und dabei klar auf Blogs als Ursprung der Geschichte verwiesen.
o
Nein, aber kann ich mir vorstellen.
o
Nein, und ich werde es auch nicht tun.
25. Haben Sie schon einmal einen Artikel geschrieben / Beitrag produziert, der auf
Information aus einem sozialen Netzwerk (Facebook, Xing, MySpace) basierte?
o
Ja, ohne besonderen Hinweis auf die Quelle.
o
Ja, und dabei klar auf Social Networks als Ursprung der Geschichte verwiesen.
o
Nein, aber kann ich mir vorstellen.
o
Nein, und ich werde es auch nicht tun.
26. Wie überprüfen Sie die Richtigkeit der Informationen ...
Suche
eine
weitere Quelle
Suche keine
weitere Quelle
von persönlichen Gesprächen mit offiziellen Quellen
o
o
von persönlichen Gesprächen mit inoffiziellen Quellen
o
o
von zugestellten Informationen
o
o
von online gefundenen Informationen
o
o
von Weblogs
o
o
von Sozialen Netzwerken
o
o
E. Beurteilung des Online-Angebotes
27. Wie beurteilen Sie die Glaubwürdigkeit von...
sehr
hoch
eher
hoch
weniger
hoch
gar nicht
hoch
weiss
nicht
Suchmaschinen o
o
o
o
o
Internet-Sites von Unternehmen
o
o
o
o
o
Internet-Sites von Verwaltungen
o
o
o
o
o
Medien-Online-Ausgaben o
o
o
o
o
Newsportale (bluewin.ch, Google news etc.)
o
o
o
o
o
Blogs o
o
o
o
o
Online-Foren o
o
o
o
o
E-Mail-Newsletter o
o
o
o
o
Gebührenpflichtige Datenbanken (smd, swissdox etc.)
o
o
o
o
o
Wikipedia o
o
o
o
o
Soziale Netzwerke (Facebook, Xing, linkedin, Myspace etc.)
o
o
o
o
o
Social Bookmarks (delicious, Mr. Wong etc.)
o
o
o
o
o
Andere........................... o
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o
o
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28. Inwiefern treffen die folgenden Aussagen Ihrer Meinung nach zu?
trifft sehr zu
... trifft gar nicht zu
Das Internet erleichtert die journalistische Arbeit.
Durch das Internet spare ich Zeit.
Durch das Internet hat der Aktualitätsdruck für die Medien
zugenommen.
Das Internet erhöht die Qualität der journalistischen Produkte.
Das Internet macht die Interpretation und Gewichtung von
Informationen wichtiger als deren Beschaffung.
Das Internet macht den Journalisten unabhängiger von
Medienmitteilungen.
Dienste wie Google News sind eine ernsthafte Konkurrenz für
Medien.
Social Networks sind nützliche Hilfsmittel für die journalistische
Arbeit.
Medien-Rezipienten werden dank Internet vermehrt selbst zu
Publizierenden.
Das Internet wirkt sich negativ auf die Qualität der
journalistischen Berichterstattung aus.
Dialogische Internet-Anwendungen machen den Kontakt mit
Lesern intensiver.
Das Internet wird die Arbeit von Journalisten in Zukunft noch
stärker beeinflussen.
F. Berufsspezifische und soziodemographische Angaben
29. Für welches Medium arbeiten Sie hauptsächlich?
o
Bezahlte
Tageszeitung
o
Gratis-Tageszeitung
o
Wochenzeitung /-zeitschrift mit Auflage > 50'000
o
Wochenzeitung /-zeitschrift mit Auflage < 50'000
o
Nicht täglich erscheinende Lokalzeitung
o
Illustrierte,
Lifestyle-Magazin
o
Fachzeitschrift
o
Öffentliches
Radio
o
Öffentliches
Fernsehen
o
Privatradio
o
Privatfernsehen
o
Online-Medium
o
Nachrichtenagentur/Pressedienst
o
PR-/Kundenmagazin
o
Sonstige
o
Sonstiges:
..............
30. Ist dieses Medium eher regional oder überregional bzw. national tätig?
o
regional
o
überregional
bzw.
national
31. In welcher Funktion arbeiten Sie hauptsächlich bei diesem Medium?
o
Chefredaktor
o
Ressortleiter
o
Dienstchef/Produktion/Fotograf
o
Moderation (elektronische Medien)
o
Redaktor
in-house
o
externer
Korrespondent
o
Volontär
o
Sonstiges:
...............
32. In welchem Anstellungsverhältnis arbeiten Sie für dieses Medium?
o
Vollzeit,
100%
o
Teilzeit
o
Als Freier Journalist
© IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet 2009
Bernet_PR / IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft | Guido Keel / Marcel Bernet |
www.iam.zhaw.ch
|
www.bernet.ch/studien
39
33. In welchem Ressort/Themengebiet sind sie hauptsächlich tätig?
o
Kein bestimmtes Ressort
o
Ausland
o
Inland
o
Wirtschaft
o
Lokales/Region
o
Kultur
o
Medien
o
Sport
o
Gesellschaft
o
Wissenschaft/Bildung
o
Mehrere
Ressorts
o
Sonstiges:
........................
34. Hat Ihr Medium eine eigene Homepage?
o
ja
o
nein
o
weiss
nicht
35. Bietet diese Seite aktuelle News an?
o
ja
o
nein
o
weiss
nicht
36. Verfügt Ihr Medium über eine eigene Online-Redaktion?
o
ja
o
nein
o
weiss
nicht
37. Tragen Sie (mit Artikeln, Bildern, etc.) zum Online-Angebot Ihres Mediums bei?
o
ja
o
nein
o
weiss
nicht
38. Welches ist Ihre höchste abgeschlossene Schule oder Ausbildung?
o
Volksschule
o
Berufsmittelschule
o
Berufsschule/-lehre
o
Mittelschule
o
Fachhochschule ohne/mit Abschluss
o
Universitätsstudium ohne/mit Abschluss
o
Sonstiges:
...............
39. Haben Sie eine Ausbildung spezifisch für die Nutzung des Internets besucht?
o
ja,
mehrmals
o
ja,
einmal
o
nein
40. Wie gut sind Ihrer Meinung nach Ihre Nutzer-Kenntnisse des Internets?
o
sehr
gut
o
gut
o
schlecht
o
sehr
schlecht
41. Ihr Geschlecht
o
Weiblich
o
Männlich
42. Ihr Geburtsjahr:
43. Bemerkungen:
© IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet 2009
Bernet_PR / IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft | Guido Keel / Marcel Bernet |
www.iam.zhaw.ch
|
www.bernet.ch/studien
40
11. Literatur
Verwendete Literatur:
·
Bernet, Marcel / Guido Keel (2002): Journalisten im Internet 2002. Zürich.
·
Bernet, Marcel / Guido Keel (2005): Journalisten im Internet 2005. Zürich.
·
Marr, Mirko / Vinzenz Wyss / Roger Blum / Heinz Bonfadelli (2001). Journalisten in der
Schweiz. Eigenschaften, Einstellungen, Einflüsse. UVK Medien, Konstanz.
·
Ross, Steven A. / Ron Middleberg (div. Untersuchungen). Media in Cyberspace. Annual
Surveys.
·
Machill, Marcel / Markus Beiler / Martin Zenker (2008): Journalistische Recherche im
Internet: Bestandsaufnahme journalistischer Arbeitsweisen in Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen
und Online. Berlin.
Weiterführende Literatur zum Thema Medienarbeit im Internet:
·
Holtz, Shel (2002). Public Relations on the Net: Winning Strategies to Inform, & Influence the
Media, the Investment Community, the Government, the Public, & More. American
Management Association, New York.
·
Alby, Tom (2007): Web 2.0: Konzepte, Anwendungen, Technologien. München (2. Auflage)
·
Bernet, Marcel (2006): Medienarbeit im Netz. Von E-Mail bis Weblog: Mehr Erfolg mit Online-
PR. Zürich.
·
Huber, Melanie (2008): Kommunikation im Web 2.0. Konstanz : UVK.
·
O'Reilly, Tim (2005): What Is Web 2.0. Design Patterns and Business Models for the Next
Generation of Software. http://www.oreillynet.com/lpt/a/6228 (8.4.2008)
·
Scoble, Robert / Israel, Shel (2006): Naked Conversations. How Blogs are changing the Way
Businesses talk with Customers. USA.